Piercingschmuck besteht aus den verschiedensten Materialien. Hierbei muss unterschieden werden zwischen:
1. Schmuck, der zum Ersteinsatz verwendet werden darf -geregelt nach der Bedarfsgegenständeverordnung EG Richtlinie 94/27- und
2. Schmuck der nach dem Abheilen eingesetzt werden kann.
Zu den Ersteren gehören u.a. Titan, Niobium, PTFE sowie verschiedene Gold- und Platinlegierungen.
Viele Hersteller bieten sogenannten "Implantatstahl" an, der laut eigenen Angaben die EG-Richtlinie erfüllt.
Dies wird durch Gutachten belegt, die bei Ihnen auf Anfrage erhältich sind. Ausserdem besteht die Möglichkeit selbst einen Nickeltest durchzuführen .
Die Aussage "nickelfrei" reicht nicht aus, um allergische Reaktionen oder Komplikationen bei der Abheilung auszuschliessen. Wem bekannt ist, dass er an einer Chrom-Nickel-, Nickel-Kobalt- oder sonstigen Kontaktallergien leidet, sollte auch nach dem Abheilen sehr sorgfältig bei der Auswahl seines Schmuckes sein.
Die gebräuchlichsten Materialien für nach dem Abheilen eingesetztem Piercingschmuck ist sogenannter "Chirurgenstahl". Auch hier ist Vorsicht geboten!
Die Voraussetzung für Edelstahlsorten zum Einsatz zu medizinischen Zwecken ist nach ISO 5831-1 geregelt. Danach sind nur zwei Sorten zur Implantation geeignet. Die Vielzahl der Edelstähle wird ersichtlich, wenn man sich einmal anschaut, was alles daraus hergestellt wird:
z.B. Werkzeuge, Töpfe, Möbel, Auto-, Flugzeug- und Raketenteile u.s.w. Folglich muss ein medizinischer Edelstahl, aus dem z.B. ein Skalpell oder eine Pinzette hergestellt wird, andere Eigenschaften haben als eine Platte oder Schraube, die nach Frakturen in den Körper eingebracht wird.
Bei den klassischen Schmuckmaterialien wie Gold und Silber ist neben der richtigen Legierung besonders
auf die richtige Materialstärke zu achten. Normale Creolen wurden nur als Ohrringe konstruiert und sollten auch nur dort verwendet werden. Durch ihre Drahtstärke von < 1 mm kann es beim Einsatz in andere Körperstellen zu erheblichen Verletzungen kommen. Man spricht dann vom sogenannten "Klaviersaiteneffekt".
Wenn Schmuck aus Kunststoff, Acryl oder Glas verwendet wird, kommt es auch hier auf die richtige Stärke an, da es beim Zerbrechen zu komplizierten Veletzungen kommen kann. Desweiteren werden gerne Schmuckstücke aus natürlichen Materialien verwendet wie Horn, Knochen, Mammutelfenbein, Bambus, Holz o.ä.
Die Wahl des Materials sollte individuell mit dem Piercer abgestimmt werden, da nicht immer alle Materialien an allen Körperstellen vewendet werden können.